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Wohlbehütet unter Zipfelmützen-Dächern

»Dieses Ereignis wurde am 29. September 2019 mit einem großen Einweihungsfest auf dem Gelände der Kita gefeiert. Begonnen wurde mit einem Familiengottesdienst im Freien, der von Kindergarten-Kindern, ErzieherInnen und Pfarrer Schilling gestaltet wurde. Anschließend konnten die neuen Innenräume besichtigt werden. Für Imbiss und Getränke hatten Kindergarten-Eltern und die Jugend der Kirchengemeinde gesorgt. Schließlich kamen noch die an Planung, Bau und Finanzierung beteiligten Personen zu Wort.«



Pünktlich zum neuen Kindergartenjahr konnte die evangelische Kindertagesstätte „Friedrich Fröbel“ wieder an alter Stelle, in der Otto-Hahn-Straße, ihre Pforten öffnen. Der Kindergartenneubau ist fertig, im August erfolgte der Umzug der Krippen- und Kindergartenkinder, die während der Bauphase in Behelfsräumen untergebracht waren. Bis zum großen Einweihungsfest blieb den Kindern genug Zeit, ihr neues Reich zu erobern.



Ein Neubau des evangelischen Friedrich-Fröbel-Kindergartens war der großen Nachfrage an Kindergarten- und Krippenplätzen in Eppelheim und dem bestehenden Rechtsanspruch auf Kleinkindbetreuungsplätze geschuldet. Peter Bopp, Vorsitzender des Kindergartenausschusses der evangelischen Kirchengemeinde, erläuterte die Situation: „Da die Nachfrage nach Kindergarten- und Krippenplätzen beständig stieg und das alte Kindergartengebäude sanierungsbedürftig war, verständigten sich Stadt und evangelische Kirchengemeinde als Träger der Einrichtung darauf, auf dem Gelände des alten Fröbel-Kindergartens einen Neubau zu erstellen.“ Statt bisher drei Kindergartengruppen sollte das neue Gebäude vier Gruppen und damit 100 Kindergartenkindern ab drei Jahren Platz bieten. Zudem galt es den 2010 eröffneten Kinderkrippenanbau zu integrieren und ihn von bisher zwei auf drei Gruppen zu erweitern, um 30 Krippenkindern eine Betreuung gewährleisten zu können.

Diese Herausforderung hat Mieke De Jonge vom Büro Kessler De Jonge Architekten aus Heidelberg sehr gerne übernommen, wie sie in ihrer Ansprache durchblicken ließ: „Ich mag meinen Beruf! Ist es nicht eine wunderbare Tätigkeit, sich Gedanken machen zu dürfen, wie man für Kinder eine Umgebung gestalten kann, in der sie sich aufgehoben fühlen, Spielanregungen finden und gut heranwachsen können?“ So entstand in der Otto-Hahn-Straße ein auf die Bedürfnisse der Kinder maßgeschneiderter Neubau mit Unterkellerung, Erd- und Obergeschoss, der mit dem bereits bestehenden Krippenanbau harmoniert. Als Verbindung zwischen den beiden Gebäuden gibt es im Erdgeschoss einen gemeinsamen Essbereich und im Obergeschoss einen gemeinsamen Bewegungsraum.

Der Architektin war ein klarer, rationaler Grundriss ebenso wichtig, wie ein überzeugendes dreidimensionales Konzept und das raffinierte Zusammenspiel von Raum und Licht. Dem neuen Gebäude liegt ein klares und überschaubares Ordnungssystem zugrunde. Große Glasflächen schaffen einen schrittweisen Übergang zwischen Außen- und Innenraum und verknüpfen das neue Gebäude mit seiner Umgebung und auch sehr gelungen mit der vorhandenen Kinderkrippe. Das herausragende gestalterische Merkmal der neuen Fröbel-Kindertagesstätte ist die Gliederung in drei Häuschen und die markanten Satteldächer, die in ihrer Form an Zipfelmützen erinnern. Große, ruhige Flächen, bewusste Zurückhaltung in den Materialien und in der Detailausbildung prägen die Atmosphäre der neuen Kindertagesstätte. „Wir haben uns hier weder für bunt noch für farblos entschieden“, erläuterte Mieke De Jonge. Die verwendeten Materialien, wie beispielsweise die Metallschuppen der Hausdächer, sorgen für lebendige Flächen. Und die Farben Grün und Gelb und der Baustoff Holz im Innenbereich stehen für Natur, Wärme, Leben und Fröhlichkeit.

Sehr gelobt wurde von Mieke De Jonge die gute und enge Zusammenarbeit mit Kirsten Hübner-Andelfinger vom Bauamt der Stadt, der bisherigen Kindergartenleiterin Herma Bopp-Strifler und ihrer Nachfolgerin Marion Pflästerer, die mit Einweihung des Kindergartens den Staffelstab von ihrer Vorgängerin überreicht bekam. „Diese Kindertagesstätte soll ein Ort sein, den man jeden Tag aufs Neue gerne aufsucht“, wünschte sich die Architektin. Diesen Wunsch griff Marion Pflästerer als neue Leiterin der Kindertagesstätte sofort auf: „Die Räume sind toll, die Farben super. Wir fühlen uns jetzt schon sehr wohl hier.“

Leiterin Marion Pflästerer, Architektin Mieke De Jonge, Bürgermeisterin Patricia Rebmann (v.l.)

Die Baukosten betrugen 4,4 Millionen Euro. Als Eigentümerin und Bauherrin hat die Stadt nach Abzug des Zuschusses insgesamt 4,1 Millionen Euro in die Kinderbetreuung investiert, wie Bürgermeisterin Patricia Rebmann betonte. Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung zu stellen, hat bei ihr eine hohe Priorität: „So viele junge Familien möchten in Eppelheim wohnen. Daher ist es wichtig, ihnen eine gute Infrastruktur im sozialen Bereich zur Verfügung zu stellen.“ Den Kindern wünschte sie viel Freude und Geborgenheit in ihrem neuen Reich und viele schöne Erinnerungen an die Kindergartenzeit, die sie ihr Leben lang im Herzen tragen mögen.



Anlässlich der Einweihung spendierte Landschaftsarchitekt Klaus Plessing, der die Außenanlagen der Kindertagesstätte gestaltet, einen Apfelbaum, der gleich eingepflanzt wurde. Peter Bopp hob noch die Leistung des Erzieherteams hervor, das während der Bauphase die Kindergarten- und Krippenkinder in zwei räumlich auseinanderliegenden Orten zu betreuen hatte. Nach Fertigstellung des neuen „Fröbels“ ging es für alle Kinder wieder zurück in die Otto-Hahn-Straße. Für den Umzug mussten 350 Umzugskartons gepackt und in der neuen Einrichtung ausgepackt werden.

Das "Fröbel-Team"

Einblick ins Innere









Bewegungsraum

Sabine Geschwill

Fotos: Geschwill Presseservice