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Gemeinsames Einstimmen auf den Advent

»Bei den „Abendmusiken zum Advent“ stehen Musik und Texte im Mittelpunkt.«

Eine Auszeit vom Alltag nehmen und zur Ruhe kommen, das kann man besonders gut bei den „Abendmusiken zum Advent“, die bis zum Weihnachtsfest jeden Mittwoch um 19 Uhr in der evangelischen Pauluskirche angeboten werden. Bei diesen Terminen kümmert sich Organist Peter Rudolf um das Musikalische. Er lädt sich verschiedene Gastmusiker ein und sucht in Abstimmung mit ihnen Komponisten und Werke aus. Das Pfarrteam sorgt mit Textlesungen für eine besinnliche Einstimmung auf den Advent.


Bei der ersten „Abendmusik zum Advent“ erwiesen sich Peter Rudolf an der Orgel und Bariton Michael Leideritz als eingespieltes Team. Im Mittelpunkt der rund 45-minütigen Andacht standen Werke von Josef Gabriel Rheinberger (1839 bis 1901). Der gebürtige Liechtensteiner gehört zu den führenden europäischen Komponisten und Lehrer der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein umfangreiches Œuvre - darunter allein 197 mit Opuszahl veröffentlichte Werke - umfasst Klaviermusik, Orgelmusik, geistliche und weltliche Chormusik, Sololieder, Kammermusik, Sinfonien, Konzertouvertüren, Schauspielmusiken und Opern. Als Hofkapellmeister des bayerischen Königs Ludwigs II. nahm er seit 1877 eine zentrale Position innerhalb der katholischen Kirchenmusik in Deutschland ein. Zudem war er als Kompositionslehrer am Münchner Konservatorium eine Kapazität von internationalem Rang. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Engelbert Humperdinck, Ermanno Wolf-Ferrari und Wilhelm Furtwängler sowie eine ganze Generation junger amerikanischer Komponisten.

Mit Josef Gabriel Rheinbergers klangvoller Fughette in D wurden die Besucher eingestimmt ehe Michael Leideritz die Lieder „Sehet, welche Liebe“ und „Ich bin des Herrn“ anstimmte. Es folgten im Wechsel von Rheinberger komponierte Orgelstücke, die Peter Rudolf sehr gelungen darzubieten wusste, und Textlesungen von Pfarrerin Cristina Blázquez. Sie wusste die Besucher der ersten Abendmusik mit ihren ausgewählten Texten von Tina Willms, Carola Moosbach, Frank Hofmann, Fulbert Steffensky und Gerhard Tersteegen und mit ihren Gedanken zum Advent innehalten zu lassen. In ihren Texten ging es auch um die Vorbereitung auf Gottes Kommen, wo die Sterblichen den Ewigen erwarten. „In diesen Tagen werden wir wieder aufgefordert, ihm den Weg zu bereiten“, hob sie hervor. Besonders schön zur Geltung kam die Baritonstimme von Michael Leideritz bei den Rheinberger-Kompositionen „Vater unser“, „Nachtgebet“ und „Ave Maria“. Mit einer feierlich anmutenden Fughette in C fand die Abendandacht einen schönen musikalischen Ausklang.

Sabine Geschwill

Foto: Geschwill Presseservice