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Harry Mac Lean Kirchenfenster der Pauluskirche

»Harry Mac Lean - ein weltumspannender, ökumenischer Künstler«

Michaelsfenster

Das Michaelsfenster schuf Harry MacLean 1953. Es trägt im unteren Teil den Text: Dem Andenken der Gefallenen und vermissten von 1914-1918 und 1939-1945 von ihren Angehörigen.
Zudem auch einen Spruch aus dem Alten Testament:
Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und bringe dich an den Ort, den ich bereitet habe.
Dargestellt ist als Engel der Erzengel Michael.

 

Ohne Zweifel gehört Harry Mac Lean zu den bedeutendsten Kirchenkünstlern des 20. Jahrhunderts. Eine kaum vorstellbare Anzahl seiner Werke ist nahezu über die ganze Welt verbreitet, wobei es die Kirchen waren, die für diese Ausbreitung gesorgt haben. Mit seiner Kunst der Glasfenster-Malerei war es ihm gelungen, für die Aussagen aller christlichen Kirchen - ob evangelische, katholische oder altkatholische - eine moderne Bildsprache zu entwickeln. Allen Arbeiten ist eins gemein: sie beruhen auf dem Fundament des Glaubens an die biblischen Berichte, Weissagungen und Tröstungen.

Neben der Glasfenster-Malerei hat Harry Mac Lean noch einer zweiten Kunst-Form nicht nur den Weg geebnet, sondern sie zur Meisterschaft geführt. In Zusammenarbeit mit dem Glockengießer Schilling hatte er nämlich eine in Vergessenheit geratene Technik des Glockenschmückens ausgegraben und wiederbelebt und auf diese Weise ca. 1000 Glocken geschmückt; sie läuten z.B. im Straßburger Münster, in der Pauluskirche in Frankfurt, im Freiburger Münster, in Uganda, Windhook, Chicago und in der Christ-König-Kirche in Eppelheim.
Edwin Kuntz schrieb am 16. März 1983 aus Anlaß des 75. Geburtstages von Harry Mac Lean: "Tausend Glocken, ein Dauerdienst am wesentlichsten abendländischen Sinngehalt."

Harry Mac Lean - geboren am 16.3.1908 in Berlin - kam Ende 1945 nach Heidelberg. Mit Eppelheim war er seit 1952 verbunden, denn in diesem Jahr schuf er für die Pauluskirche drei seiner besonders schönen Glasfenster: das zentrale Rundfenster über dem Altar mit dem Namen "Jesus, der gute Hirte", das runde Westfenster "Ausgießung des Heiligen Geistes" (es zeigt die Jünger in Erwartung des Pfingstereignisses) und das "Michaelsfenster" an der Ostseite des Kirchenschiffes.

Am 3. Januar 1994 starb Harry Mac Lean. Nur wenige Monate vor seinem Tod, am Sonntag dem 19. September 1993, konnte er die beiden Fenster - "Die Speisung in der Wüste" und "Die Schöpfung" - für das neue Gemeindehaus der Pauluskirche übergeben. Diese Fenster waren der Schlusspunkt seines schöpferischen Lebens.

Jesus, der gute Hirte.

Jesus, der gute Hirte. MacLean schuf in Anlehnung an das Johannes-Evangelium, Kapitel 10, 1952 dieses zentrale Rundfenster im Altarraum der Pauluskirche.

 



Ausgießung des Heiligen Geistes.

Ausgießung des Heiligen Geistes. Das Westfenster im Altarraum misst wie die beiden anderen MacLean-Fenster rund anderthalb Meter im Durchmesser. Es zeigt die Jünger in Erwartung der Pfingstereignisse (Apostelgeschichte 2).

 



Schöpfung

Schöpfung. Das südliche der beiden Fenster im Gemeindesaal wurde 1992 geschaffen. Mit seinen Vögeln und Fischen symbolisiert es die Schöpfung (1. Mose 1).

 



Speisung in der Wüste.

Speisung in der Wüste. Die Speisung in der Wüste (2. Mose 16) ist das Thema des nördlichen Rundfensters. Es wurde 1992 geschaffen und zeigt Manna und Wachteln.

 


Um die Erinnerung an den großen Künstler und liebenswerten Menschen wach zu halten, hat sich seine Witwe, Frau Gisela Mac Lean-Wittich, entschlossen, die Originalentwürfe dieser letzten Arbeiten der evangelischen Kirchengemeinde als Dauer-Leihgabe zur Verfügung zu stellen.
Uwe Tonnecker