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Musik - Josephskirche
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Dieses Konzert war „Yoga für die Seele“

»Augen schließen und die Musik genießen: Experimentelle musikalische Klangreise mit Hang, Stimme und Saxofon«


„Sie dürfen die Augen schließen und einfach die Musik genießen. Es gibt nicht viel zu sehen.“ Die Anweisung der Musiker ließ gleich zu Beginn durchblicken, dass es bei diesem Konzert der Reihe „Musik in der Josephskirche“ nur darauf ankommt, die Ohren zu spitzen und sonst die Welt um sich herum zu vergessen. Musik und Instrumente luden förmlich dazu ein, in sich zu gehen und sich vom wohligen Klang von Saxofon und Hang tragen zu lassen. Das außergewöhnliche Abendkonzert in der Josephskirche mit Tilo Wachter und Daniel Gebauer stand unter dem Motto „Aussichten“ und war eine musikalische Klangreise mit experimentellem Charakter. Dazu trug vor allem Tilo Wachter, der mit dem Hang und seiner Stimme das Konzert zusammen mit Saxofonist Daniel Gebauer gestaltete, viel bei.


Das Hang ist ein Musikinstrument, das aus zwei miteinander verbundenen Halbkugelsegmenten aus Stahlblech besteht. Auf der oberen Halbschale befinden sich Klangfelder, die ins Blech eingearbeitet sind. Das Hang wird waagerecht oder senkrecht auf dem Schoß gehalten. Jeder Instrumentalist entwickelt dabei einen völlig eigenen Stil für sein Spiel. Die Klänge lassen sich mit Fingern und Daumen, Handfläche und Handwurzel erzeugen, woher sich auch der Name des Instruments ergab: Hang ist Berndeutsch und bedeutet Hand. Der Anschlag ist dabei deutlich weniger kraftvoll als bei einer Trommel. Vielmehr wird das Hang vorwiegend durch sanfte Berührungen zum Klingen gebracht.

Tilo Wachter entdeckte erst 2002 das Hang als Instrument für sich. Geboren wurde er im badischen Müllheim. Nach einem Latin-Percussion-Studium am Musikkonservatorium Rotterdam war er mehrere Jahre als musikalischer Leiter und Trainer verschiedener Performance-, Tanz- und Musikprojekte tätig bis er schließlich 1996 in seine Heimatstadt zurückkehrte, um eine eigene Schule für Percussion-Performance zu gründen. 2002 weckte das Hang, das derzeit jüngste Instrument der Welt, seine Neugierde und Kreativität. Mit Rhythmen, Virtuosität, Klangfülle, Reduktion und Stille kann man mit dem Instrument in neue musikalische Welten vorstoßen und eine Reise ins Innere seines Ichs unternehmen.

Wachters Musikpartner Daniel Gebauer lebt in Lüneburg, bereiste aber mit seinem Saxofon schon die ganze Welt. Sein Spiel beschränkt sich nicht nur auf harmonische Tonfolgen, sondern er erzählt mit seiner Musik Geschichten. Der Musiker und sein Instrument kommunizieren mit ihrer jeweiligen Umgebung auf ihre ganz eigene Weise. Ihr Spiel öffnet dem Hörer eine Tür zur inneren Welt, ruft Erinnerungen, Gedanken und Emotionen hervor.


Die beiden Musiker, die sich nach eigenen Aussagen seit Jugendtagen kennen, spielten zehn Eigenkompositionen sowie das Stück „Nature Boy“ von Eden Ahbez und die Komposition „Mond“ frei nach Abraham Peter Schulz. Die ausgewählten Musikstücke waren Yoga für die Seele. Jedes einzelne hatte Wirkung, nahm den Zuhörern die Last des Alltags, wirkte entspannend und transportierte Gefühle.

Sabine Geschwill

Fotos: Geschwill Presseservice