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Musikalisch ging es durch das Sonnensystem

»Otmar Wiedenmann-Montgomery und Tatjana Kontorovich spielten „Die Planeten“ von Gustav Holst«

Wer Musik liebt und außergewöhnliche Kompositionen schätzt, war beim Neujahrskonzert des Fördervereins Kirchenmusik Eppelheim e.V. genau richtig. Mit zwei Klavieren und vier Händen wurde das neue Jahr begrüßt. Otmar Wiedenmann-Montgomery und seine langjährige Klavierpartnerin Tatjana Kontorovich boten im evangelischen Gemeindehaus mit der Komposition „Die Planeten“ ein spannendes Werk des englischen Komponisten Gustav Holst.


Ausführliche Erläuterungen zu der Holst-Komposition hielt Wiedenmann-Montgomery zur Einstimmung für das Publikum bereit. Das Werk wurde von Gustav Holst in den Jahren 1914 bis 1916 komponiert. „Die Planeten“ sind bis heute das bekannteste Werk des englischen Komponisten. Holst selbst zählt es jedoch nicht zu seinen gelungensten Arbeiten und äußerte später seine Enttäuschung darüber, dass alle seine anderen Werke durch den Erfolg der „Planeten“ völlig in den Schatten gestellt wurden. Holst wurde durch eine Einführung in die Astrologie zu diesem Werk inspiriert.


Die Komposition besteht im Original aus sieben Sätzen; jeder Satz trägt den Namen eines Planeten des Sonnensystems, beziehungsweise der römischen Gottheit, nach der der Planet benannt ist: Mars, Venus, Merkur, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Holst packte in seine Musik Gedanken und Gefühle, die mit der entsprechenden römischen Gottheit in Verbindung gebracht werden. Planet Pluto war zum Zeitpunkt seines Schaffens noch nicht entdeckt und die Erde wurde von Holst nicht berücksichtigt.

Zunächst schuf er eine Urfassung für zwei Klaviere, mit Ausnahme des für die Orgel komponierten Satzes für den Planeten Neptun. Holst empfand den Klang des Klaviers als zu hart für die geheimnisvolle, weit entfernte Welt des Neptuns. Sein persönlicher Favorit war der Musiksatz für den Planeten Saturn, den er als „Bringer des Alters“ würdigte.

Der englische Komponist instrumentierte die Suite später auch für ein großes Orchester. Während „Die Planeten“ in Großbritannien häufig aufgeführt werden, ist das Werk im deutschsprachigen Raum eher selten in einem Konzertsaal zu hören. Dabei nahm diese spätromantische Programmmusik mit ihren monumentalen Klangeffekten und den Klangfarben später großen Einfluss auf die großorchestrale Filmmusik.


Holsts farbenfrohe Instrumentierung der sieben Planeten, der Wechsel von kraftgeladenen Klängen und friedlichen Tönen wussten Otmar Wiedenmann-Montgomery und Tatjana Kontorovich sehr gelungen und eindrucksvoll darzubieten und auch mit erläuternden Worten nahezubringen. Ihrem Publikum bescherten die beiden Pianisten an zwei Klavieren zu vier Händen ein spannendes Konzerterlebnis.

Sabine Geschwill

Fotos: Geschwill Presseservice