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Chöre
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Musik - Josephskirche
Höhepunkte 2018




Mozart trifft auf Musik von Heute

»Singkreis und Joyful Voices boten spannendes Kontrastprogramm in der Pauluskirche«

Wenn sich zwei Chöre mit unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen zu einem Konzert zusammentun, dann wird es spannend für das Publikum. Der Singkreis der evangelischen Kirchengemeinde und der moderne Chor „Joyful Voices“ des Sängerbundes Germania boten mit Solisten ein spannendes Kontrastprogramm in der Pauluskirche.


Das Programmheft weckte schon die Neugierde. Denn unter dem Konzerttitel „Stairway to Heaven“ (Treppe zum Himmel), der sofort an die Rockballade der britischen Band „Led Zeppelin“ erinnert, war das biblische Bild „Jakob sieht im Traum die Himmelsleiter“ des deutschen Malers der Romantik Julius Schnorr von Carolsfeld aus dem Jahre 1860 platziert. Das machte deutlich: die Chorleiter der beiden Ensembles hatten sich ein spannendes Konzertthema überlegt. Sie ließen Mozarts Requiem mit modernen Songs kontrastieren. Jedes Ensemble brachte in das Konzert genau das ein, was ihm am besten lag.


Dem Singkreis der evangelischen Kirchengemeinde liegt viel an der kirchenmusikalischen Literatur. Neben überwiegend barocker Literatur singen sie auch sehr gerne unter der Leitung von Otmar Wiedenmann-Montgomery zeitgenössische Kirchenmusikwerke. Die „Joyful Voices“ des Sängerbundes Germania schätzen mit ihrer Dirigentin Kim Boyne moderne und überwiegend englischsprachige Chorliteratur. Ihr Repertoire umfasst zahlreiche Pop-, Rock- und Folk-Klassiker, sowie einzelne Stücke aus den Genres Filmmusik, Musical und Gospel. Entsprechend den unterschiedlichen Stilrichtungen der beiden Chöre wurde dem Publikum in der gut gefüllten Kirche ein musikalisches Kontrastprogramm geboten, das seine Wirkung nicht verfehlte. Eine Bereicherung waren die Partien der vier Gesangsolisten Eva-Katharina Well, Kim Boyne, Andreas Bulling und Michael Jäck. Am Klavier setzten Felicity Hotasina und Tatjana Kontorovich Glanzpunkte.


Als Konzerteinstieg wurde das „Miserere“ von Gregorio Allegri gewählt, ehe der Singkreis mit „Introitus“ und „Kyrie“ den ersten Part von Wolfgang Amadeus Mozarts „Requiem“ anstimmte. Die Komposition stammt aus der Zeit, wo sich Mozart in den letzten Jahren vor seinem Tod verstärkt biblischen Themen und der Kirchenmusik zuwandte. Mit dem Requiem begann er im Jahr 1791. Es war Mozarts letzte Komposition. Er starb noch ehe er sie fertigstellen konnte. Obwohl diese „Seelenmesse“ nur zu etwa zwei Dritteln tatsächlich von Mozart stammt und nach seinem Tod von anderen Komponisten, meist Schülern Mozarts, vollendet wurde, gehört sie heute zu den beliebtesten und am höchsten eingeschätzten Werken des österreichischen Musikgenies.

Das Requiem hatte Otmar Wiedenmann-Montgomery in verschiedene Abschnitte eingeteilt. Der Singkreis wusste die Thematik stimmlich ausdrucksvoll mit Gefühl und Hingabe darzubringen. Dazwischen passten als wunderbare Ergänzung die ausgewählten, modernen Musikstücke der „Joyful Voices“. Sie konnten mit „Stairway to Heaven“ oder Balladen wie „Tears in Heaven“ von Eric Clapton, „10 000 Reasons“ von Matt Redman oder dem Lied „Weiße Fahnen“ der deutschen Band Silbermond das Publikum unglaublich zu berühren. Gänsehautmomente blieben nicht aus. Die Chöre hätten für dieses „Mozart trifft auf moderne Songs“ Konzert keinen besseren und tiefer die Seele berührenden Abschluss finden können, als mit dem Lied „May It Be“ aus dem Jahre 2001, das für den Film „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ von Enya, Roma Ryan und Nicky Ryan geschrieben wurde. Die Zuhörer waren gerührt und sparten nicht mit Applaus.

Sabine Geschwill

Fotos: Geschwill Presseservice