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Rund um die Uhr wurde in der Kirche Gottes Wort gelesen

»Bibelmarathon in der Pauluskirche zum Abschluss des Reformationsjubiläums, 96 Vorleser wirkten mit.«

Eine solche Aktion als Zeichen des gemeinsamen Glaubens hat es in unserer Kirchengemeinde noch nie gegeben: 96 Menschen verschiedener Konfessionen und unterschiedlichen Alters - vom Teenager bis zur Generation der Achtzigjährigen - haben am 24-Stunden-Bibelmarathon mitgewirkt. Mit diesem Projekt würdigte die Kirchengemeinde entsprechend ihrem Leitbild „Unsere Kirchengemeinde ist wie ein Leib mit vielen Gliedern, in der alle Glieder ihren Teil dazu beitragen, dass sich Gottes Geist und Liebe ausbreiten“ das Jubiläum „500 Jahre Reformation“.

„Ich bin sehr gespannt, was in diesen 24 Stunden passiert“, verdeutlichte Pfarrer Detlev Schilling am Vorabend des Reformationstages. In den zurückliegenden Wochen hat er zusammen mit seiner Kollegin Cristina Blázquez Lesepaten für dieses besondere Jubiläumsprojekt gesucht. Jeder Pate sollte 15 Minuten aus der Bibel lesen. 96 Vorleser wurden benötigt. Kurz vor Start der Aktion waren 95 Namen auf der Leseliste notiert. Die noch freie Lesezeit um 3.45 Uhr konnte aber auch noch besetzt werden!

Der Pfarrer freute sich: „Es spricht für unsere Gemeinde, dass sich fast 100 Personen am Bibelmarathon beteiligen.“ Schuldekanin Christine Wolf, Bezirkskantor Detlev Helmer und die frühere Gemeindediakonin Margit Rothe machten mit. Und auch Bürgermeisterin Patricia Rebmann war Lesepatin. Sie war abends um 23 Uhr an der Reihe. Besonders schön fand Schilling es, dass sich viele Katholiken daran beteiligten. Neben seinem katholischen Kollegen Pfarrer Johannes Brandt übernahmen auch Pastoralreferentin Judith Schmitt-Helfferich und weitere katholische Gemeindemitglieder eine Lesezeit. Besonders herausgehoben wurden die Konfirmanden und Jugendmitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde, die überwiegend die Lesezeiten in der Nacht übernommen haben. „Manche werden hier in der Kirche übernachten, andere kommen für ihre Lesung und gehen dann wieder nach Hause ins Bett“, stellte er heraus.

Vor Beginn des Lesemarathons informierte Pfarrer Schilling über den Ablauf. „Wir lesen das Neue Testament komplett von vorne bis hinten. Wir beginnen mit dem Evangelium des Matthäus und dem Stammbaum Jesu.“ Dies werde etwa 18 bis 19 Stunden in Anspruch nehmen. Danach seien Texte aus dem Alten Testament zu hören. „Es sind Wunschtexte von Gemeindegliedern, aber auch ausgesuchte Texte von uns Pfarrern dabei.“

Auf einer Tafel war notiert, wer zu welchem Zeitpunkt liest. Gelesen wurde aus der neuen, revidierten Lutherbibel in Großdruckausgabe aus dem Jahr 2017. Im Altarraum, nahe den Stufen zum Kirchenschiff, waren für die Vorleser Lesetisch, Leselampe und Mikrofon platziert. Auch für Getränke war 24 Stunden gesorgt. „Wir haben eine Uhr, die jede Viertelstunde anschlägt.“ Dies sei für die Lesepaten das Zeichen zum Wechsel. Jeder Vorleser nannte zur Information für die Kirchenbesucher zu Beginn seiner Lesezeit den Namen des biblischen Buches und des jeweiligen Kapitels. So konnte jeder die an den Kirchenbänken ausgelegten Bibeln in die Hand nehmen und mitlesen. „Wer Gottes Wort liest, wer Gottes Wort hört, der weiß nicht so genau, was passiert. Man muss einkalkulieren, dass Gott selber einen anspricht“, bemerkte Schilling. An die Kirchenbesucher gerichtet, betonte er: „Sie können kommen und gehen, wann sie wollen.“

Der Bibelmarathon startete am 30. Oktober um 19 Uhr. Im Anschluss des 24-Stunden-Bibelmarathons luden Pfarrerin Cristina Blázquez und ihr Kollege Detlev Schilling am 31. Oktober um 19 Uhr zum Reformationsgottesdienst ein.

Blickfang beim Bibelmarathon war der Wanderaltar von Bernhard Apfel zum Thema „Schuld und Sühne“, der bereits im Altarraum aufgebaut war. Näher vorgestellt wird dieses Altarprojekt am Sonntag, 12. November. Pastoralreferent Hermann Bunse wird als Initiator des Altarprojekts beim Gottesdienst um 10.00 Uhr und zur „Atempause“ um 19.00 Uhr die Symbolsprache des Altars erläutern.

Sabine Geschwill