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Das gewichtigste "Wort Gottes" wog 13,5 Kilogramm

»Bibelausstellung anlässlich des Jubiläums "500 Jahre Reformation" / 70 verschiedene Bibeln konnten besichtigt werden / Vernissage am 25. März 2017 in der Bibliothek Eppelheim«

Das "Buch der Bücher" stand im Mittelpunkt der Bibelausstellung des Ökumenischen Arbeitskreises Eppelheim anlässlich des Jubiläums "500 Jahre Reformation". Die Bibel ist zwar ein uraltes Buch, aber keineswegs veraltet. Das wurde bei der Ausstellung deutlich. Bibeln findet man heute noch in fast jedem Haushalt. Sie wurde in mehr Sprachen übersetzt als irgendein anderes Werk der Weltliteratur und sie ist bis heute ein Bestseller auf dem Buchmarkt. Gerade erst sind zwei neue Übersetzungen herausgegeben worden. Die Bibel fasziniert mit ihrem Inhalt und in ihren verschiedenen Ausführungen Menschen jeder Altersgeneration überall auf der Welt, so auch die Besucher in der Stadtbibliothek.



Das Jubiläum und den Reformationsgedanken stellte Pfarrer Johannes Brandt von der katholischen Pfarrgemeinde in den Mittelpunkt seiner Ansprache und erinnerte an den Reformator Martin Luther. "Die Luther-Bibel hat es immer gegeben. Sie ist nie außer Kraft gesetzt worden", betonte er. Bibelneuerscheinungen seien dazu da, um alle an Wissen reicher zu machen. Die verschiedenen Übersetzungen und Auslegungen seien als Einladung zu verstehen zu einem weiteren Miteinander in der versöhnten Unterschiedenheit.

Wolfgang Blaich ging als Leiter des ökumenischen Arbeitskreises näher auf die Idee einer Bibelausstellung ein. Ihn freute es, dass über 70 Exponate als Leihgaben für die zweitägige Ausstellung von Eppelheimer Bürgern unterschiedlicher Glaubensrichtungen zur Verfügung gestellt wurden. Sein Dank galt allen ehrenamtlichen Helfern, die an der Ausstellungsorganisation mitgewirkt hatten. Ganz besonders hob er das Engagement von Elisabeth und Joachim Dahlhaus hervor. Beide haben recherchiert und zu jeder Bibel informative Notizen beigelegt. So hatten die Besucher alles Wichtige zu jedem Ausstellungsstück auf einen Blick.



Betrachten konnte man sowohl Luther-Bibeln aus der Zeit zwischen 1830 bis 1950 als auch wissenschaftliche und synoptische Ausgaben, aufwändig von Künstlern mit Bildern gestaltete Bibeln, Ausgaben in Hebräisch, Griechisch, Latein und Deutsch und moderne Bibelversionen wie die "Volxbibel", die Übersetzungen im Jugend-Jargon beinhaltet.



Blickfang war die originalgetreue Kopie von Johannes Gutenbergs Buchdruck-Meisterwerk, der historisch wertvollen 42-zeiligen Bibel. Sie ist als Krönung von Gutenbergs Druckkunst anzusehen. Das Original wurde im Jahr 1455 gedruckt. Das Werk mit insgesamt 1282 Seiten entstand in Mainz in der Blüte seines Schaffens mit Hilfe von etwa 20 Mitarbeitern. Gutenberg hat für diese Bibel 290 verschiedene Figuren gegossen. Die farbigen Initialen und Zeichen wurden später von einem Illuminator und einem Rubrikator eingefügt. Die ausgestellte Faksimile-Ausgabe in der Stadtbibliothek stammt aus dem Jahr 1977 und wurde mit Blattgold veredelt. Das gewichtigste "Wort Gottes", das zu betrachten war, wog übrigens 13,5 Kilogramm.



Als Besonderheit war eine Palästina-Bibel zu sehen, deren Einband aus echtem Palästina-Olivenholz gefertigt wurde. Aus dem achten Jahrhundert stammte ein Faksimile des "Book of Kells" aus Irland mit wunderschön gestalteten handschriftlichen Bibelschriften. Das "Buch der Kelten" gilt als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Bücher der Welt und das am besten erhaltene Zeugnis der irischen Buchmalerei. Hellmut Vogeler hatte eine Kriegsbibel aus dem Jahr 1923 von Eberhard Nestle beigesteuert, die von der Kriegsgefangenenhilfe "Young Mens Christian Association" (YMCA) in Paris an Kriegsgefangene in französischen Gefangenenlagern verteilt wurde.



In der Vitrine gab es weitere Exemplare zu bestaunen. Manche waren mit persönlichen Widmungen versehen. Sie wurden meist zu Kommunion, Konfirmation oder Hochzeit geschenkt. Ein Sammler hatte eine Fliesenbilder-Bibel zur Verfügung gestellt und dazu zwei aus dem 18. Jahrhundert stammende Bildfliesen mitgebracht, deren Motive sich in der Bibel wiederfinden.



Musikalische Beiträge zur Ausstellungseröffnung hatten Cristina Blázquez, Ulrike Limmer, Ulrike Pfaff und Margret Kratzke einstudiert und von Reformator Martin Luther bearbeitete Liedstücke dargeboten.

Sabine Geschwill

Fotos: Geschwill Presseservice


Weitere Eindrücke von der Veranstaltung

Fotos: Geschwill Presseservice











Ergänzende Vorträge zur Ausstellung

Mittwoch, 29. März, 19.30 Uhr
Dr. Pascal Schmitt vom Institut für pastorale Bildung in Freiburg:
"Jesus trägt wieder Sandalen. Zur neuen Einheitsübersetzung"
Ort: Franziskushof

Donnerstag, 30. März, 19.30 Uhr
Pfarrer Stephan Wittich von der Württembergischen Bibelgesellschaft Stuttgart:
"Alter Wein in neuen Schläuchen? Die Revision der Lutherbibel 2017"
Ort: Evangel. Gemeindehaus