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Wie meistern Menschen mit Behinderung ihren Alltag?

»Aktionstag: Konfirmanden lernten mit Behinderungen umzugehen«

Beim Aktionstag „Intakt“ ging es für die Konfirmandinnen und Konfirmanden um Information, Austausch, Aktion und Selbsterfahrung. Welche Herausforderungen sind zu meistern, wenn man auf einen Rollstuhl angewiesen ist? Und wie fühlt es sich an, wenn man blind ist? Diese Fragen konnten die 26 Konfirmanden beim Aktionstag für sich selbst beantworten.

Treffpunkt war das evangelische Gemeindehaus. Von dort aus ging es in kleinen Gruppen zu den verschiedenen Workshop-Angeboten. Pfarrer Detlev Schilling erläuterte zu Beginn, worum es ging: "Wir wollen uns an diesem Aktionstag eingehend dem Thema Behinderung widmen und über die Integration von körperbehinderten Menschen in der Gesellschaft nachdenken." Dabei gehe es im Wesentlichen um die Fragen "Wie fühlt sich ein Handicap an?", "Wie kann man damit leben?" und "Wie kann man Behinderten helfen?" Ein Team von Jugendmitarbeitern und Eltern der Konfirmanden hatte dafür gesorgt, dass verschiedene Handicap-Stationen vorbereitet waren. Bei den Herausforderungen, die zu meistern waren, konnten sich die Jugendlichen in Menschen hineinversetzen, die körperliche Einschränkungen haben.







Die erste Gruppe, die mit dem Rollstuhl in Eppelheim unterwegs war, wurde von Michael Dobberstein und Doris Aust begleitet. Die Jugendlichen waren beim Bäcker auf dem Wochenmarkt einkaufen und auch auf der Bank Geld holen. Dabei mussten sie feststellen, dass sich solche alltäglichen Dinge als überaus schwierig gestalten, wenn man in einem Rollstuhl sitzt. Beim Bäckerwagen konnten sie kaum die Auslage betrachten, geschweige denn das Geld auf die Theke legen, und bei der Bank hatten sie Probleme, auf den Bildschirm zu schauen. "Es ist schon erschreckend, wie wenig Geschäfte in Eppelheim behindertengerecht sind", stellte Michael Dobberstein fest.



Es wurde von den Jugendlichen auch getestet, wie man als Behinderter in ein Auto einsteigt und wie man Steigungen oder Gefälle mit dem Rollstuhl bewältigen kann. "Das ist richtig anstrengend für die Arme", meinte Lilly. Sie fand den Rollstuhlausflug durch die Stadt ganz schön schwer. "Man kann vom Rollstuhl aus nicht alles sehen und ist beim Einkaufen auf die Hilfe von anderen Leuten angewiesen", erklärte die 13 Jährige. Finn fand den Aktionstag gut, weil man alles einmal ausprobieren konnte. "Der Alltag ist schwierig für Behinderte, die ein Leben lang im Rollstuhl sitzen müssen und immer auf andere angewiesen sind", war sein Fazit.





Den Rollstuhl tauschte die Gruppe dann mit einem dicken Seil. Die Konfirmanden bekamen die Augen verbunden, hielten sich am Seil fest und machten sich zusammen mit den Team-Betreuern Armin und Janina zu Fuß auf eine Ortserkundung. Keine leichte Aufgabe. Jeder Schritt wollte sorgfältig gewählt werden.





Im Gemeindehaus gab es auch noch einen Handicap-Parcours und integrative Spiele.

Sabine Geschwill

Foto: Geschwill Presseservice