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Klavierstücke zu vier Händen sind ihre Spezialität

»Russisches Neujahrskonzert mit Tatjana Kontorovich und Otmar Wiedenmann-Montgomery am 8. Januar 2016«

Wie gut, dass es den Förderverein Kirchenmusik gibt. Sonst wäre der kirchenmusikalische Veranstaltungskalender der Stadt um einige Termine ärmer. Der Verein organisiert mit seinen Mitgliedern Konzerte, unterstützt bei Bedarf aber auch konfessionsunabhängig kirchenmusikalische Gruppen oder Musiker bei Veranstaltungen materiell oder personell. Dem Verein war es zu verdanken, dass jetzt im großen Saal des evangelischen Gemeindehauses die schöne Tradition der Neujahrskonzerte fortgesetzt werden konnte - bei freiem Eintritt versteht sich.

Begrüßung durch Margret Kratzke (Förderverein Kirchenmusik)

Das über die Grenzen der Region hinaus bekannte Klavierduo Tatjana Kontorovich und Otmar Wiedenmann-Montgomery hatte für den musikalischen Jahresauftakt ein besonders reizvolles Programm zusammengestellt und zu einem "Russischen Neujahrskonzert" eingeladen. Als Klavierduo treten die Beiden seit 2006 regelmäßig auf und begeisterten mit ihren Klavierstücken zu vier Händen in Eppelheim bereits mehrfach ihr Publikum. Kontorovich unterrichtet an der Musikschule Rauenberg Klavier. Wiedenmann-Montgomery ist als Musikpädagoge, Sänger und Dirigent tätig.



Klare Sache: beim russischen Neujahrskonzert durften klangvolle Namen wie Tschaikowsky, Schostakowitsch, Prokofjew und Rimski-Korsakow nicht fehlen. Doch auch Alexander Konstantinowitsch Glasunow sowie russische Kompositionen der Neuzeit wurden mit Werken von Vladimir Alexandrovitsch Kobekin und Leonid Arkadievich Desyatnikow berücksichtigt. Die Zusammenstellung des Konzertes und die Auswahl der Werke war nicht willkürlich getroffen worden. Etliche Komponisten standen in enger Verbindung zueinander. Tatjana Kontorovich, bekannt für ihre russischen Wurzeln, hielt für die Konzertbesucher die entsprechenden Informationen bereit.



Passend zum neuen Jahr wurde als Auftakt die Festtags-Ouvertüre von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch gespielt. Dem für seine eher düster gestalteten Kompositionen war hier anlässlich der Wirtschaftsausstellung 1954 in Russland ein feierlich-festliches Werk gelungen, das mit einem feudalen Finale endete. Von Schostakowitschs Lehrer Alexander Glasunow hatte das Klavierduo die zum derzeitigen Winterwetter passenden Stücke "Eis" und "Hagel" aus dem Ballett "Die Jahreszeiten" ausgewählt. Glasunow wiederum nahm früher Kompositionsunterricht bei Nikolai Rimski-Korsakow. Von ihm wurde das "Ronde Infernale" (Höllischer Reigen) geboten. Das Stück verwunderte die Konzertbesucher etwas durch sein abruptes Ende. Die Symphonie Nr. 6 "Pathetique" in der Bearbeitung für Klavier zu vier Händen stammte von Russlands bedeutendstem Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Es war seine letzte und wie er selbst einmal sagte, seine beste Symphonie, die er 1893 in St. Petersburg, neun Tage vor seinem Tod, komponiert hatte. Gespielt wurden daraus ein in der russischen Musik unüblicher Walzer im Fünf-Viertel-Takt sowie das mit ergreifenden und tragischen Elementen gespickte "Finale".



Verköstigt wurden die Besucher des Konzertabends vom Förderverein Kirchenmusik.

Sabine Geschwill

Fotos: Geschwill Presseservice