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Kirchenjubiläum 2012
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„200 Jahre Pauluskirche“: Konzert zur Eröffnung des Jubiläumsjahres

»Werke aus dem Gründungsjahr der Kirche sowie aus den Jahren ihres 50-jährigen und 100-jährigen Bestehens; ein Bericht von Sabine Geschwill«

Die Pauluskirche feiert in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Mit einem umfangreichen Jahresprogramm wird das Kirchenjubiläum gewürdigt. „Es wird ein Jahr, das es in sich hat“, betonte Pfarrer Detlef Schilling im evangelischen Gemeindehaus. Man habe für die Generationen ein buntes Programm zusammengestellt, das kulturelle und theologische Veranstaltungen beinhalte.

Zur Einstimmung auf das Jubiläumsjahr hatte die Kirchengemeinde zu einem Eröffnungskonzert eingeladen, mit dem zugleich das neue Jahr begrüßt wurde. „Wir werden Werke aus dem Gründungsjahr der Pauluskirche und aus dem Jahr ihres 100 jährigen Bestehens hören“, informierte Pfarrer Schilling. Sein Dank galt den Konzertgestaltern. Zu ihnen zählten das in Eppelheim vielfach bekannte und geschätzte Klavierduo Tatjana Kontorovich und Otmar Wiedenmann-Montgomery sowie die Frauenkantorei Eppelheim. Die beiden Pianisten musizieren seit 2001 zusammen. Als Klavierduo treten sie in Konzerten seit 2006 regelmäßig auf.

Das Publikum erlebte bei dem Jubiläumskonzert eine kleine Premiere. Erstmals waren beide Klaviere der Kirche im Einsatz. Die Künstler beherrschen die hohe Kunst der Harmonie an der Klaviatur und spielten vierhändig an einem oder an zwei Klavieren. Wiedenmann-Montgomery wusste durch seine kleinen, informativen Einführungen das Publikum auf das Konzertprogramm neugierig zu machen. Es erklangen Werke wie die „Fantasie in g-moll“ von Franz Schubert, die der begabte Komponist 1812 bereits im Alter von 15 Jahren komponiert hatte. Von Mozart waren Sonaten ins Programm aufgenommen worden. Das Duo bot den 2. Satz aus Ludwig van Beethovens 1812 komponierter „Siebenter Sinfonie“ für Pianoforte zu vier Händen bearbeitet von Carl Reinecke. Herrlich anzuhören waren aus Peter Tschaikowskys „Nussknacker Suite“ der Marsch für vierhändiges Klavier und der „Tanz der Zuckerfee“ für zwei Klaviere zu vier Händen in der Bearbeitung von Nicolas Economou.

Der Frauenchor konnte trotz reduzierter Stimmen - bedingt durch einige Krankheitsausfälle - die Tiefgründigkeit und Schönheit der ausgewählten Werke von Gustav Holst vermitteln. Der Chor wurde im Jahre 1996 von Otmar Wiedenmann-Montgomery ins Leben gerufen und wird seither von ihm musikalisch geleitet. Beim Jubiläumskonzert wurde er von Chormitglied Kristin Melchinger-Gräfl dirigiert. Die ausgebildeten Sängerinnen konnten ihre Liebe für Originalkompositionen für Frauenchöre unter Beweis stellen.

Einen hinreißenden Ausklang fand der Konzertabend mit Maurice Ravels unter dem Namen „Ma mère l’Oye“ (Meine Mutter, die Gans) bekannt gewordener musikalischer Märchensammlung. Schon 1908 hatte der Komponist für Mimie und Jean Godebski, die Kinder eines befreundeten polnischen Ehepaares, ein vierhändiges Klavierstück komponiert. Auf Anregung überraschte Ravel im Frühjahr 1910 die beiden Kinder dann mit vier weiteren Märchenvertonungen für Klavier zu vier Händen. Dazu gehörten unter anderem die Märchen „Dornröschen“ und „Der kleine Däumling“.

(Sabine Geschwill)