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Ist Ökumene in Eppelheim selbstverständlich?

»Interview mit Irmgard v. Moers-Meßmer und Hellmut Vogeler im April 2011. Die Fragen stellte Lutz Pfaff«

Irmgard v. Moers-Meßmer und Hellmut Vogeler engagieren sich seit Jahren im Ökumenekreis

Wie seid Ihr zum Ökumenekreis gekommen?
Herr Vogeler:
Mir ist die Ökumene schon lange ein persönliches Anliegen. 1973 entstand ein recht aktiver ökumenischer Gottesdienstkreis. Danach gab es aber auch Zeiten, in denen die ökumenischen Aktivitäten ausschließlich in den Treffen der Hauptamtlichen geregelt wurden. 2003 gab es dann einen Neuanfang mit dem Ökumenekreis in der heutigen Form.
Frau v. Moers-Messmer:
Für mich ist die Trennung der Christen in konkurrierende Institutionen eines der schlimmsten Dinge in der Geschichte der Kirche. Wahrscheinlich ist der ökumenische Gedanke bei mir schon gewachsen, als ich eine ev. Schule besucht habe. Beim Neustart 2003 war ich im Pfarrgemeinderat und habe mich deshalb für diesen Ausschuss als einen meiner Schwerpunkte entschieden.

Welche Aufgaben hat der Ökumenekreis?
Frau v. Moers-Messmer:
Er dient in erster Linie dem vorurteilsfreien Kennenlernen der anderen Kon-fession und verwandter Glaubens-richtungen, nicht nur für die Mitglieder des Kreises, sondern auch für jeden der daran Interesse hat. Daraus ist die Reihe „Ökumene vor Ort“ entstanden.
Herr Vogeler:
Zum einen ist er der offizielle Ausschuss zur Erarbeitung von Vorlagen für den ev. Kirchengemeinderat und dem kath. Pfarrgemeinderat. Andererseits haben auf Initiative des Kreises schon viele Informationsabende zu Glaubensfragen stattgefunden, die aber auch der eigenen Weiterbildung dienen.

Auf welche Erfolge kann die ökumenische Arbeit in Eppelheim zurückblicken?
Herr Vogeler:
Es ist in Eppelheim eine große Offenheit und gegenseitige Achtung, insbesondere auch auf der Ebene der Hauptamtlichen entstanden. Dies spiegelt sich auch in unserer Partnerschaftsvereinbarung von 2006 wieder.
Frau v. Moers-Messmer:
Ökumene ist in Eppelheim für die Gemeindemitglieder fast schon eine Selbstverständlichkeit geworden. Wo noch Handlungsbedarf besteht ,da möchte der lebendige und kommunikative Ökumenekreis an der Veränderung mitarbeiten.

Wo seht Ihr noch am meisten Verbesserungspotential?
Frau v. Moers-Messmer:
Wir wollen noch mehr Menschen für die Ökumene begeistern. Wir suchen neue Mitstreiter mit neuen Ideen für den Ökumenekreis. Eine Möglichkeit zum Beispiel ist der gemeinsame Religionsunterricht in der 1. und 2. Klasse. Insbesondere von offizieller kirchlicher Seite sehe ich seit dem 2. vatikanischen Konzil keine Fortschritte sondern eher Rückschritte, so dass die große Vision leider immer mehr in die Ferne rückt.
Herr Vogeler:
Die Vernetzung und gegenseitige Information zwischen den Kreisen der Gemeinden oder die gegenseitige Ressourcennutzung sind noch nicht so gut, wie sie sein könnten. Zu bedauern ist, dass auf der offiziellen Ebene der Kirchen neuerdings eine Verhärtung der Fronten eingetreten ist.

Was ist Euch das wichtigste Anliegen für die Zukunft?
Beide:
Noch mehr Menschen die sich für Ökumene interessieren und die mithelfen die noch bestehenden Hindernisse zu überwinden.