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Reformations - Jubiläums - Konzert

»Konzertbericht von Sabine Geschwill, Konzertankündigung, Weitere Fotos von der Veranstaltung«



Die Konzertbesucher in der überaus gut besuchten Pauluskirche erlebten Geschichtsträchtiges: denn es erklangen Lieder und Kompositionen, die bereits beim ersten Reformationsjubiläum im Jahre 1617 in Dresden aufgeführt wurden. Sie durften auf den Schwingen der Musik in die Geschichte der Reformation eintauchen und wurden Teil eines herausragenden Konzerts, das anlässlich des 500. Reformationsjubiläums in Eppelheim gefeiert wurde.



Otmar Wiedenmann-Montgomery hatte als musikalischer Leiter des Singkreises an der Pauluskirche die Aufgabe übernommen, die Konzertbesucher vorab mit den wichtigsten Fakten zu versorgen. Angestoßen wurde die Reformation bekanntlich durch den Theologen Martin Luther. Er veröffentlichte im Jahr 1517 in Wittenberg 95 Thesen. Diese sind heute, in schwere Bronze gegossen, am Portal der Wittenberger Schlosskirche zu besichtigen. 1617 jährte sich die Veröffentlichung der Luther-Thesen zum 100. Mal. Kurfürst Johann Georg von Sachsen veranlasste damals, dass dieses Ereignis mit einem mehrtägigen Jubelfest in allen evangelischen Kirchen seines Landes begangen werden sollte. Daher gilt dieses Fest auch als erstes Reformationsjubiläum. Er beauftragte Heinrich Schütz mit der musikalischen Leitung der Gottesdienste am Dresdner Hof. Schütz, der bedeutendste Dresdner Musiker des Frühbarock und zugleich erste deutsche Komponist von europäischem Rang, war gerade zwei Jahre Kapellmeister am Dresdner Hof als er diesen Auftrag erhielt. Zuvor war er vier Jahre bei Giovanni Gabrieli, Organist an San Marco zu Venedig, um Komposition und die venezianische Mehrchörigkeit zu studieren. Für dieses erste Reformationsjubiläum vor 400 Jahren schrieb Schütz etliche festliche Kompositionen, die diesem mehrchörigen Stil entsprachen und verwendete dabei die deutsche Bibelübersetzung Martin Luthers. Während der Festtage im Jahre 1617 gab es in Dresden täglich mehrere Gottesdienste. Aus diesem Fundus wurden jetzt, 400 Jahre später, beim Reformationsjubiläumskonzert in der Pauluskirche etliche Kompositionen zur Aufführung gebracht.



Zusammen mit liturgischen Musikstücken von Michael Praetorius und lutherischer Musik verschiedener Komponisten konnte den lauschenden Kirchenbesuchern ein hochklassiges Programm geboten werden, das sicher schon beim ersten Reformationsjubiläum in Dresden begeisterte. Für dieses besondere kirchenmusikalische Konzerterlebnis haben sich die Kantorei Fellbach, der Singkreis Eppelheim und die Ronneburger Turmbläser mit verschiedenen Solisten und Instrumentalisten zusammengetan. Zum Auftakt war ein Orgelstück von Dietrich Buxtehude zu hören. Von Heinrich Schütz hatte man zur Erinnerung an das erste Reformationsjubiläum unter anderem das Stück "Jauchzet dem Herren" aus dem "100. Psalm" als dreichörige Fassung des Festchores ausgewählt. Von Martin Luther stammte das "Kyrie" aus seiner 1526 herausgegebenen Neufassung der "Deutschen Messe und Ordnung des Gottesdienstes". Auch Luthers bekanntestes Kirchenlied aus dem Psalm 46 "Ein feste Burg ist unser Gott" kam als Komposition von Samuel Scheidt und von Carl Otto Nicolai zu Gehör und wurde zudem in der von Luther komponierten Fassung von den Konzertbesuchern als gemeinsames Lied gesungen.

Sabine Geschwill

Fotos: Geschwill Presseservice


Konzertankündigung



Zu den Jubiläumskonzerten

1617 war das Jahr der einhundertsten Wiederkehr von Martin Luthers Thesenanschlag. Kurfürst Johann Georg von Sachsen veranlasste, dass dieses Ereignis mit einem mehrtägigen Jubelfest in allen evangelischen Kirchen seines Landes begangen werden solle. Gemeinhin gilt dieses Fest auch als erstes Reformationsjubiläum.

Heinrich Schütz, der gerade zwei Jahre Kapellmeister am Dresdner Hof war, wurde mit der musikalischen Oberleitung der Gottesdienste am Dresdner Hof beauftragt. Schütz, der vier Jahre bei Giovanni Gabrieli in Venedig die venezianische Mehrchörigkeit studieren konnte, schrieb für das Reformationsjubiläum etliche festliche Kompositionen, die dem mehrchörigen Stil verpflichtet sind. Für den lutherischen Gottesdienst verwendete er dabei selbstverständlich die deutsche Bibelübersetzung Martin Luthers.

Während der Festtage gab es selbstverständlich täglich mehrere Gottesdienste. Wie reich die Gottesdienste ausgestaltet waren, kann man dem Bericht des Dresdner Oberhofpredigers D. Matthias Hoe von Hoenegg entnehmen. Aus diesem Fundus werden wir in unseren Reformationsjubiläumskonzerten etliche Kompositionen zur Aufführung bringen. Zusammen mit liturgischen Musikstücken von Michael Praetorius und lutherische Musik aus den Folgejahren, wird ein abwechslungsreiches Programm zu hören sein.

Beim Reformationsjubiläumskonzert musizieren drei Chöre miteinander: die Kantorei Fellbach, der Singkreis Eppelheim und die Ronneburger Turmbläser.

Otmar Wiedenmann-Montgomery


Weitere Fotos vom Konzert













Fotos: Werner Hahne