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Musik - Josephskirche
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Bei diesem Konzert lächelte die Pizza vor dem Gegessenwerden

»"Musikalische Delikatessen" in der Josephskirche - 125. Konzert in der ökumenischen Reihe. Konzertbericht von Roland Fink, erschienen in der Rhein-Neckar-Zeitung am 20. Juli 2016, mit Erlaubnis des Autors hier veröffentlicht.«

Welche Köstlichkeiten wurden da aufgetischt, mundgerecht dargeboten. Almut Werner, Blockflöte, und Detlev Helmer, Orgel und Klavier, hatten zur „Musikalischen Delikatesse“ geladen. Und auch dafür war die Josephskirche in Eppelheim der bestens geeignete Ort, denn 125 Aufführungen in der Reihe „Musik in der Josephskirche“ wollten schließlich mit feinen Häppchen, einem Gläschen in der Hand und ein wenig Geplauder gefeiert werden. Hernach, nach Abschluss des Konzertes wurde diese Gelegenheit gerne angenommen.

Almut Werner und Detlev Helmer wurde mit ihren "Musikalischen Delikatessen" die Ehre zuteil, das 125. Konzert zu spielen. (Foto: Roland Fink)

Doch schon beim Sichten des Programms lief einem das Wasser im Munde zusammen. Kaffee und Croissants wurden gereicht oder Paella als Vorgeschmack für die sich rüstenden Spanienurlauber. Komponist Allan Bullard als zeitgenössischer Komponist weiß um die Geschmäcker und auch darum, dass Essen Leib und Seele zusammenhält, wie dies Bezirkskantor aus Schwetzingen, Detlev Helmer, in seinem Vorwort betonte. „Special Chop Suey“ als chinesische Spezialität wurde im gleichnamigen Werk ebenso geboten und Bullard wäre nicht Engländer, wenn nicht die auf der Insel ach so geliebten „Fish and chips“ zu Ehren gekommen wären. Die Stücke aus seiner Feder hießen allesamt so wie die Gerichte, eine gute Wahl zum Einstieg, für das sich das Duo entschieden hatte.

Was darf ab und an nicht fehlen? Eine Pizza ist sicher nicht zu verachten, Dietrich Lohff, Kirchenmusiker und auch in hiesiger Region bekannt, steuerte sein Werk „Das Lächeln einer Pizza vor dem Gegessenwerden“ bei, gleichsam eine Melodie mit Sättigungsbeilage. Flötistin Werner hatte es an Variantenreichtum mit den kreativen köchelnden Komponisten aufgenommen, sie wählte zwischen ihren diversen Flöten, griff mal zur Altflöte oder wählte die Sopranflöte.

Mit Rückgriff auf den englischen Komponisten und Musikverleger John Playford und dessen Schaffensjahre um 1650 änderte sich auch das Speisenangebot. „White Heart Cabages“ (Weißkohl) stand auf dem musikalischen Tisch, „Stepney Cakes and ale“ (Kuchen und Bier) wurden gereicht und als Dreingabe war noch „The Parson in the Peas“ (Der Pfarrer in den Erbsen) zu hören. Detlev Helmer fand natürlich die richtigen Tasten, um diese Gourmeterlebnisse umzusetzen.

Ja, man konnte ihn riechen, diesen Duft von Bratkartoffeln mit ein wenig Thymian, „Ich liebe Bratkartoffeln“ hatte Uwe Heger komponiert, das Mahl wurde mit dem „Champagne Rag“ hinuntergespült. Dessertvariationen? Die lieferten Almut Werner und Detlev Helmer umgehend nach. „Zuckerwatte“ und brasilianische Süßigkeiten (Celso Machado); die gab es auch in einem Stück des Astor Piazzolla gleich vor Ort, dem „Nightclub 1960“. Wer es härter und deftig mochte, bitteschön, „Whiskey in the Jar“ (Whisky im Krug) machte die Kehle rau, eine Cappuccino Pause (Cavin Adams) hatten sich nicht nur die Musiker, auch die begeisterten Zuhörer verdient. Wiener Kaffeehausmusik zog in die Josephskirche ein mit dem „Ungarischen Rondo“ von Ernest Krähmer und am Ende verlockte der „Champagner Galopp“ von Hans Christian Lumbye. Gekonnt, gemundet und gerne wieder, solch eine lukullische Reise mit musikalischen Delikatessen.